Ratgeber Brustkrebs

Informationen für Betroffene und Angehörige

Heilungschancen

Die Prognose für an Brustkrebs erkrankte Frauen ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Grundsätzlich gesehen ist jede angegebene Zahl lediglich ein Durchschnittswert, der nicht genau vorhersagen kann, ob eine bestimmte Patientin geheilt werden kann oder nicht. Jedoch können einige Einflussgrößen eine Einschätzung der Heilungschancen unterstützen. Als wichtigster Faktor kann hier das Krankheitsstadium zum Zeitpunkt der Diagnosestellung angeführt werden. Wird der Tumor früh entdeckt, sodass die Krebszellen sich noch nicht weiter über die Lymph- oder Blutbahn ausgebreitet haben, sind die Zellen nicht aggressiv und kann das Karzinom vollständig entfernt werden, liegen die Heilungsaussichten der betroffenen Patientinnen bei über 90 Prozent. Sind jedoch bereits Lymphknoten befallen oder liegen gar Metastasen vor, fällt die Prognose deutlich schlechter aus. Die durchschnittliche Lebenserwartung nach dem erstmaligen Auftreten von Metastasen liegt bei etwa zwei bis dreieinhalb Jahren. Dieser durchschnittliche Wert beinhaltet jedoch auch, dass etwa zehn Prozent dieser betroffenen Patientinnen auch nach zehn Jahren noch am Leben sind und etwa ein bis zwei Prozent sogar geheilt werden können. Neben der Tumorgröße, dem Grad des Lymphknotenbefalls, der Aggressivität der Tumorzellen sowie dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Metastasen ist auch das Alter der Patientin ein Faktor, der die Heilungsaussichten beeinflusst. Liegt das Alter der Patientin bei der Diagnosestellung unter 35 Jahren, ist die Gefahr eines Rückfalls (Rezidiv) nach erfolgter Therapie deutlich höher als bei älteren Betroffenen. Auch die Wahl eines erfahrenen Brustkrebszentrums, möglichst zertifiziert nach den Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), kann die Chancen auf Heilung erhöhen. Von entscheidender Bedeutung für eine möglichst vollständige Heilung ist und bleibt jedoch die Diagnose von Brustkrebs in einem möglichst frühen Erkrankungsstadium.

Vorsorge und Nachsorge

Die Früherkennung von Brustkrebs ist der entscheidende Beitrag zu dessen Heilung. Jede Frau sollte in monatlichen Abständen eine gründliche Selbstuntersuchung der Brust vornehmen. Durch das regelmäßige Abtasten des Brustgewebes können bereits kleine Unregelmäßigkeiten identifiziert und frühzeitig genauer untersucht werden. Zusätzlich sollten Frauen ab 30 Jahren zu einer jährlichen Tastuntersuchung der Brust und der Lymphknoten in den Achselhöhlen ihren Gynäkologen aufsuchen. Eine weitere Vorsorgemaßnahme für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren ist die Mammographie. Hierbei wird die Brust in zweijährlichem Abstand auf Veränderungen untersucht. Die Kosten für diese Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Konstante Überwachung ist auch ein wichtiges Kriterium für die Nachsorge im Anschluss an eine bereits erfolgte Therapie. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen nach Abschluss der Behandlung sind zur Früherkennung von Lokalrezidiven, d. h., eines Rückfalls an gleicher Stelle oder auch von neu entstandenen Tumoren von immenser Bedeutung.

Nicole Breuer

knochenmetastasen.eu bookmarken

Brustkrebs-News von Curado.de

  • Mammographie-Screening: Überdiagnosen sind keine „falschen“ Diagnosen
    „Wir können einer Frau leider nicht vorhersagen, wie sich ihr Tumor verhalten wird. Und wir können ihr auch nicht sagen, ob und wann sie an anderen Ursachen verstirbt“, betont Dr. Wolfgang Aubke, stellvertretender Beiratsvorsitzender der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. „Aber wir können Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium entdecken, dadurch schonender behandeln und Leben retten.“
  • Brustkrebs heilen ist gut – vermeiden ist besser!
    „Brustkrebs und Umwelteinflüsse“, die aktualisierte Broschüre zu vermeidbaren Umweltrisiken, ist gerade bei den beiden Organisationen Women in Europe for a Common Future e.V. (WECF) und dem Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) neu erschienen. Die Zahl der Brustkrebsneuerkrankungen ist in der letzten Dekade deutlich angestiegen und liegt nach Schätzungen der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland bei knapp 72.000.
  • microRNA steuert Bösartigkeit und Resistenz von Brustkrebszellen
    Resistenzen gegen Medikamente sind der Hauptgrund dafür, dass Brustkrebs bei vielen Patientinnen nicht wirksam bekämpft werden kann. Wissenschaftlern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum ist es nun gelungen, Tamoxifen-resistente Brustkrebszellen mit Hilfe eines winzigen RNA-Moleküls wieder empfindlich für das Medikament zu machen.
  • Heilungschancen bei Brustkrebs verbessert
    Etwa 86 Prozent der von Brustkrebs betroffenen Frauen überleben die ersten fünf Jahre nach Therapiebeginn. Bei 80 Prozent kehrt der Krebs nicht zurück. Nur 10 Prozent verstarben. Das Brustzentrum am Universitätsklinikum Heidelberg hat jetzt für Deutschland erstmals diese aussagekräftigen Daten über die Heilungschancen von Brustkrebs veröffentlicht.
  • Ungebremste Brustkrebszellen
    Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum entdeckten ein winziges RNA-Molekül, miR-520, das in Zellen gleich zwei wichtige Wege der Krebsentstehung blockiert. Bei Östrogenrezeptor-negativem Brustkrebs ist die Produktion dieser Micro-RNA oft gedrosselt, was mit bösartigem Verhalten der Tumorzellen korreliert: Die DKFZ-Forscher fanden heraus, dass Tumoren mit niedrigem miR-520-Gehalt besonders häufig Metastasen bilden.
  • Neuer Prognosefaktor für Brustkrebs entdeckt
    Wissenschaftler um PD Dr. Marcus Schmidt von der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten der Universitätsmedizin Mainz und Univ.-Prof. Dr. Jan G. Hengstler von Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund haben erstmals gezeigt, das Immunglobulin Kappa C (IGKC), ein integraler Bestandteil des Immunsystems, mit einer deutlich verbesserten Prognose bei Brustkrebs und mit einer erhöhten Empfindlichkeit auf eine Chemotherapie assoziiert ist.