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Ratgeber Brustkrebs

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Brustkrebs
Entstehung von Brustkrebs

Bei der Entstehung von Brustkrebs unterliegen die Zellen nicht mehr der normalen Zellteilung, sondern können sich als entartete Zellen laufend vermehren. Auch benachbartes Gewebe kann von den Krebszellen befallen sein. Über das Blut und die Lymphe können die Krebszellen in weitere Organe wandern und sich dort ansiedeln, d. h. Metastasen bilden.

Zu den Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs zählt das Vorhandensein von einem der beiden sogenannten Brustkrebsgene (BRCA-Gene). Liegt eine solche Genveränderung vor, so ist das Risiko für die Entstehung erhöht. Auch der Hormonhaushalt kann einen Einfluss haben. Starkes Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel können zum Entstehen der Krankheit beitragen.

Entstehung von Brustkrebs

Der Entstehung von Brustkrebs geht zumeist eine langjährige Entwicklung voraus. Sogenannte Präkanzerosen, also Vorstufen des Krebses, können sich im Brustgewebe bilden und über einen langen Zeitraum hinweg unauffällig bleiben. Jedoch besteht die Gefahr, dass sich aus diesen Präkanzerosen letztendlich Brustkrebs entwickeln kann. In etwa 90 Prozent aller Fälle ist ein Oberflächenkarzinom der Milchgänge (Ductales Carcinoma in situ = DCIS) der Ursprung für die Entstehung von Brustkrebs.

Hierbei sind die Zellen zwar bereits in Struktur und Funktion verändert, dringen jedoch noch nicht in benachbarte Gewebe vor. In selteneren Fällen kann ebenso aus zunächst harmlosen Zellveränderungen im Bereich der Drüsenläppchen (Lobuli), einem nicht-invasiven lobulären carcinoma in situ (LCIS), der Brustkrebs entstehen.

Die präkanzerösen Zellen können sich jedoch im Laufe der Zeit zu aggressiven Krebszellen entwickeln, welche zunächst in benachbarte Gewebe eindringen und Tumore bilden. Gelangen Krebszellen in die Lymph- oder Blutbahnen, können sich Fernmetastasen bilden. Im Falle von Brustkrebs sind zumeist knöcherne Strukturen wie beispielsweise Wirbelsäule oder Becken betroffen, Metastasen können sich jedoch auch in Leber, Lunge sowie in den Eierstöcken bilden.

Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs sind auch nach dem heutigen Wissensstand nicht eindeutig zu bestimmen. Es wird vermutet, dass das Vorhandensein einer bestimmten Genmutation das Risiko für die Entstehung von Brustkrebs erhöht. Die Mutationen betreffen die sogenannten BRCA-1 bzw. BRCA-2-Gene (Breast Cancer Gen 1 und 2) auf den Chromosomen 13 bzw. 17. Jedoch ist diese Mutation lediglich bei etwa fünf bis zehn Prozent der erkrankten Frauen zu finden.

Auch der Einfluss des Hormonhaushaltes scheint bei der Entstehung von Brustkrebs eine wichtige Rolle zu spielen. So haben Frauen, deren Körper über einen langen Zeitraum dem zyklischen Wechsel der weiblichen Geschlechtshormone ausgesetzt ist (was der Fall bei einem frühen Einsetzen der ersten Periode in Verbindung mit einem späten Beginn der Wechseljahre ist), ein höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Für Frauen, die keine oder erst spät, also nach ihrem 30. Geburtstag, Kinder geboren haben, besteht ebenso ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Brustrebs. Auch die langfristige Einnahme von Hormonen (Antibabypille, Hormonersatztherapie) kann einen negativen Einfluss haben.

Ein Einfluss des Lebensstils wird vermutet, vor allem da Brustkrebs hauptsächlich ein Problem der westlichen Industrienationen ist. Als gesichert wird angenommen, dass starkes Übergewicht (Adipositas) in Verbindung mit Bewegungsmangel, vor allem nach den Wechseljahren, einen ungünstigen Einfluss haben kann. Ebenso kann davon ausgegangen werden, dass übermäßiger Alkoholkonsum die Entstehung von Brustkrebs begünstigt. Ein Zusammenhang zwischen Nikotinkonsum und Brustkrebs lässt sich zwar nicht eindeutig belegen, ist jedoch auch nicht sicher auszuschließen.

Nicole Breuer

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Für die Beurteilung der Heilungschancen fallen mehrere Faktoren ins Gewicht. Wichtigstes Kriterium ist der Zeitpunkt der Diagnose. Konnte der Tumor frühzeitig entdeckt werden, so sind die Heilungschancen in der Regel gut. Wurde Brustkrebs in einem späten Stadium entdeckt und liegen Metastasen vor, so sind die Heilungschancen schlechter. Auch das Alter und der Gesundheitszustand der Patientin spielen bei der Beurteilung der Heilungschancen eine Rolle. Die Wahl der Klinik kann ebenfalls einen Einfluss auf die Heilungschancen haben. So geht die Therapie in einem zertifizierten Brustzentrum oft mit besseren Heilungschancen einher.

Die medizinische Bezeichnung für Brustkrebs lautet Mammakarzinom. Mamma steht für lateinisch weibliche Brust. Mit Karzinom werden bösartige Veränderungen von Zellen beschrieben. Brustkrebs lässt sich inzwischen meist gut therapieren, sodass die Prognosen für die Betroffenen gut sind. Etwa acht von zehn Betroffenen leben fünf Jahre nach Feststellung der Krankheit.

In Deutschland ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frauen. Doch auch Männer können an Brustkrebs erkranken. Erste Symptome für Brustkrebs nehmen die Betroffenen meist im Rahmen einer monatlichen Selbstuntersuchung der Brust wahr. Das können z. B. Hautrötungen, eine veränderte Form der Brust, Schmerzen oder Verhärtungen sein.

Diagnose Brustkrebs

Für eine optimale Therapie ist eine frühe Diagnose wichtig. Da Brustkrebs in den Anfangsstadien meist keine Symptome verursacht, die auf die Erkrankung hindeuten kann, ist die regelmäßige Untersuchung der Brust beim Gynäkologen empfehlenswert. Daneben ist eine regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust angeraten.

Besteht der Verdacht auf Brustkrebs, wird in erster Linie die Mammografie durchgeführt, um das Gewebe zu begutachten. Auch eine Ultraschalluntersuchung kann, gerade bei jüngeren Frauen, infrage kommen. Zur Absicherung der Diagnose sowie um genauere Einschätzung des Tumors zu ermöglichen, wird meist mittels einer Biopsie eine Gewebeprobe entnommen und im Labor untersucht.